Lissabon [Lisboa]

Im vergangenen November hatte ich die Möglichkeit für meinen aktuellen Arbeitgeber eine Woche in Lissabon zu arbeiten. Daran habe ich noch ein paar Tage Urlaub geschlossen und die portugiesische Hauptstadt erkundet.


Auf der Suche nach den besten Pasteis de Nata der Stadt.

So lange wollte ich nach Lissabon reisen, doch irgendwie fand sich immer wieder eine Ausrede nicht dorthin zu reisen. Als sich die Möglichkeit ergab mit der Arbeit in die portugiesische Hauptstadt zu reisen, war ich wohl einer der am Lautesten schrie und jubelte. Endlich konnte ich diese spannende und polarisierende Stadt entdecken. Während der Arbeitswoche nutzte ich jede freie Minute die Stadt zu erkunden. Für mich besonders wichtig waren vor allem die kulinarischen Seiten und davon hat Lissabon eine Menge zu bieten. Am Ende der Woche, in meinem Urlaub, hatte ich dann die Möglichkeit und machte einen Ausflug nach Sintra. Eine Frage blieb mir jedoch stets im Hinterkopf: Wo gibt es wohl die besten Pasteis de Nata?

Die Woche startete relativ entspannt und wir konnten uns alle erstmal orientieren und die Stadt erkunden. Gleich am Tag unserer Ankunft wurden wir von wunderbarem Wetter empfangen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserem Apartment gab es gleich zweimal Abendessen und spätestens hier begann ich zu verstehen wie wichtig den Menschen hier Essen ist. Dabei gingen wir nicht in Michelin-Restaurants essen, sondern in das Restaurant an der nächsten Straßenecke und waren von der Qualität der Küche begeistert. Angeschlossen an die Abendessen wollten wir unbedingt mit einer der alten Straßenbahnen fahren. Gerade zu den Abendstunden ein echtes Erlebnis, teilweise fühlte ich mich wie in einer Achterbahn und für uns war es der Abschluss eines wunderbaren Tags.

An einem Tag unter der Woche hatten wir morgens frei und ich verabredete mich mit meiner Kollegin zum Frühstücken. Wir landeten auf einem Platz mitten im alten Lissabon. Es war frisch an diesem Morgen und dennoch sorgte die Sonne für ein angenehmes Klima. Wir entdeckten ein kleines Café in der Ecke des Platzes, dass sich als Glückstreffer herausstellte. Hier wurden in der gläsernen Backstube frische Pasteis de Nata hergestellt. Normalerweise würde ich es vermeiden früh morgens schon so zuckrig in den Tag zu starten, doch in diesem Fall musste es einfach sein. Solch gute Pasteis de Nata hatte ich noch nie gegessen. Der Blätterteig schön knusprig, die Creme noch warm und dazu gemahlener Zimt. Es war ein magischer Moment für mich. So simpel es war, so perfekt war das Produkt. Zum längeren Verweilen lud die gläserne Backstube ein, wo wir den Konditoren bei der Arbeit zusehen konnten. Wir zogen weiter durch die Straßen, langsam  weiter zu unserer Eventlocation.

Für die Pasteis de Nata waren wir bei: Manteigaria, Rua do Loreto 2, 1200-108 Lisboa

An einem meiner ersten Urlaubstage entschied ich mich für einen Ausflug zu den portugiesischen Schlössern in Sintra, obwohl das Wetter an genau diesem Tag besser hätte sein können. Schließlich weiß ich nicht, wann ich jemals wieder die Möglichkeit habe oder hierher reisen werde. 

Sintra also. Ich entschied mich für die weniger touristische Variante und wanderte selbst zu den Gipfeln und den Schlössern. Es hätte auch Busse gegeben, doch das wäre mir einfach zu fad gewesen und wandern, das erinnert mich auch immer an meine Heimat.

Ich war einer der wenigen Leute, die sich für’s wandern entschieden und war somit fast alleine auf der Strecke hinauf zum Palácio Nacional da Pena, dem bunten Schloss, dass auch auf meinem Reiseführer abgebildet ist. Auf dem Weg dorthin machte ich kleine Stopps beziehungsweise besichtigte den Palácio Nacional de Sintra bevor ich hinauf zu den Castelo dos Mouros stieg. Der Weg dorthin war aufgrund des Nebels und des mich umgebenden Walds mystisch. Oben angekommen hatte ich zwar keine großartige Aussicht, die man eigentlich bei schönen, klaren Wetter gehabt hätte, aber es machte das Castelo weitaus spannender für mich.

Als letzte Etappe stand nun das Palácio Nacional da Pena auf dem Plan. Auf dem Weg durch den Park sah ich am oberen Ende bereits die Türme des bunten Schlosses hervorblitzen. Die Sicht hatte sich, obwohl ich es gehofft hatte, nicht verbessert. Für das Innere war das zum Glück auch nicht von Belangen. Auf dem Rückweg und letztlich im Zug ließ ich meine Wanderung Review passieren und war mehr als zufrieden mit meiner Entscheidung zu wandern und meinen Plan nicht zu ändern. Wie schade wäre es gewesen, wenn ich diese magischen Orte nicht gesehen hätte.

Der letzte Tag führte mich nach Belém. Von meinem Hotelzimmer aus gut zu erreichen mit der modernen Straßenbahn, wollte ich nach Empfehlung meiner Kollegin das Mosteiro dos Jerónimos, Teil des Weltkulturerbes, besuchen. Die anfängliche Schlange machte mich nachdenklich, ob ich wirklich eine gute Stunde warten wollte. Zu meinem Glück erfuhr ich von ein paar lieben Passanten, dass ich mir mein Ticket auf im Museum nebenan kaufen kann. Also war ich nach knapp fünf Minuten in dem Kloster und war beeindruckt wie gut es erhalten ist. Leider hat auch hier das Wetter nicht mitgespielt, aber immerhin hatte ich einen großen Regenschirm dabei. Der letzte Punkt auf meiner Liste führte mich zu Pastéis de Belém. Da es nur hier die Pastéis de Belém gibt, wartete ich auch hier für einen kurzen Moment und verwöhnte mich mit einem der Törtchen.

Sie waren für mich mindestens genauso gut wie die Pasteis de Nata vom Anfang der Woche. Welche letztlich besser sind, darüber sind sich selbst die Lissabonner beim Nachfragen unter der Woche nicht einig. Ich persönlich empfehle euch für einen kurzen Städtetrip die Pasteis de Nata bei Manteigaria. Falls ihr länger in Lissabon seid oder euch sowieso Belém anschauen wollt, dann sollte ein Pastéis de Belém definitiv auch dabei sein. 

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